Prof. Teodora Georgieva

Erfolgsbeispiele / Interview

International Business School in Botevgrad – IBS, stellvertretende Rektorin
Bulgarien
www.ibsedu.bg

Teodora Georgieva ist stellvertretende Rektorin der International Business School (IBS) in Botevgrad, Bulgarien. Die Hochschule wurde 1992 gegründet und bietet Bachelor-, Master- und Doktorandenstudiengänge im Bereich der Wirtschaftswissenschaften sowie berufliche Aus- und Weiterbildung an. Zu dem Angebot des Zentrums für berufliche Fortbildung gehören spezialisierte und praxisnahe Weiterbildungen in Form von Kursen, Seminaren, Gruppenarbeit und individueller Beratung. Das Ziel dieser Fortbildungen besteht darin, die Fachkompetenzen von Führungskräften im privaten und öffentlichen Sektor zu verbessern. Darüber hinaus können dort Menschen aller Altersgruppen, die ihre beruflichen Qualifikationen und individuellen Fähigkeiten erweitern wollen, neues Wissen und neue Fähigkeiten erwerben.

Projektteam: Wie verstehen Sie persönlich den Begriff „Europäisierung“ und wie stellen Sie sich die Umsetzung in Ihrer Organisation vor?

Teodora Georgieva: Für mich ist „Europäisierung“ ein Prozess, in dem ich mir europäische Werte aneigne. Für die International Business School bedeutet „Europäisierung“, nach und nach die höchsten europäischen Bildungs- und Ausbildungsstandards sowie die besten Lehr- und Lernmethoden zu übernehmen.

Projektteam: Führt Ihre Organisation bereits europäische oder internationale Aktivitäten durch?

Teodora Georgieva: Die International Business School hat das ECTS (European Credit Transfer System) eingeführt und verfolgt kontinuierlich gute Praxisbeispiele in der Hochschulbildung und im Bereich des Lebenslangen Lernens. Bei unseren Lehrplänen und Lehrmethoden orientieren wir uns an vorbildlichen Praktiken im europäischen Bildungssektor. Seit unserer Gründung führen wir nachhaltige Austausche in den Bereichen Bildung und Ausbildung mit Hochschulen und Einrichtungen der beruflichen Bildung in Dänemark, den Niederlanden und den USA durch. Die IBS hat finanzielle Unterstützung aus dem EU-Programm „PHARE“ erhalten und kürzlich an Projekten im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Programms Bulgarien – Serbien teilgenommen.

Projektteam: Hat Ihre Organisation bereits eine Europäisierungs- oder Internationalisierungsstrategie?

Teodora Georgieva: Die International Business School sucht neue Partner, um ihr internationales Netzwerk auszubauen. Unsere Europäisierungs- und Internationalisierungsstrategie ist Teil unserer Gesamtstrategie zur Entwicklung der IBS bis 2020.

Projektteam: Was sind die größten Herausforderungen, denen sich Ihre Organisation in Ihrer europäischen oder internationalen Arbeit stellen musste?

Teodora Georgieva: Die größten Herausforderungen, denen wir bei unserer internationalen Arbeit gegenüberstanden, waren die Unterschiede der verschiedenen Bildungssysteme und Kulturen sowie die kontinuierlichen Abstimmungsprozesse. Sprachkenntnisse sind auch sehr wichtig für eine effektive Zusammenarbeit. Darüber hinaus sind die Projektentwicklung und Projektberichterstattung sehr zeitintensiv. Unserer Erfahrung nach reagieren wir gut auf diese Herausforderungen, wenn wir in regelmäßigem Kontakt mit den internationalen Partnern stehen, um Verantwortlichkeiten und mögliche Probleme zeitnah zu klären. Die größten Widerstände haben wir intern bei unseren Verwaltungsmitarbeiterinnen und –mitarbeitern erlebt. Denn insbesondere sie müssen mit den Herausforderungen im Projekt- und Finanzmanagement umgehen.

Projektteam: In welchen Bereichen Ihrer Organisation hatte die europäische oder internationale Arbeit bislang die größte Wirkung?

Teodora Georgieva: Unsere „Europäisierung“ als Teil der „Internationalisierung“ der International Business School hat unsere Mission und Vision oder unser strategisches Management nicht verändert. Allerdings hatte sie wesentliche Auswirkungen auf die Bereiche Personalwesen und Projektmanagement. Sie hat zu einer internationalen Dimension der Kenntnisse und Fähigkeiten sowohl unserer Dozenten als auch unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung beigetragen. Darüber hinaus hat die IBS Wissen und Fähigkeiten in den Bereichen Formulierung von Projektanträgen und Projektumsetzung erworben. Und auch die Zusammenarbeit im Team und die koordinierte Umsetzung von Teilaufgaben im Projekt haben sich verbessert, wie zum Beispiel unser Finanzmanagement. Alle diese Veränderungen waren ein Erfolg für die IBS. Besonders hervorzuheben ist das höhere Vertrauen und der größere Mut, mit denen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter europäische Projekte sowie Projekte unter den EU-Strukturfonds-Programmen in Bulgarien entwickeln und umsetzen.

Projektteam: Wo sehen Sie die europäische Arbeit Ihrer Organisation in der Zukunft?

Teodora Georgieva: Die International Business School wird ihr europäisches und internationales Partnernetzwerk ausbauen, um gemeinsame Projekte zu hochwertiger Bildung im Bereich des Lebenslangen Lernen durchzuführen. Darüber hinaus dient die IBS als Zentrum für überregionale Kooperationen mit Bildungspartnern im westlichen Balkan und als Technologietransferzentrum für europäische Projekte.

Projektteam: Welchen Rat geben Sie anderen Organisationen, damit ihnen ihr Europäisierungs- oder Internationalisierungsprozess besser gelingt?

Teodora Georgieva: Haben Sie keine Angst vor der aktiven Beteiligung an internationalen Kooperationsprojekten. Praxis ist der beste Weg, um zu lernen. Investieren Sie auch in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Überprüfen Sie die Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung Ihrer europäischen Arbeit und planen Sie gut die personellen und finanziellen Ressourcen für einen erfolgreichen Europäisierungsprozess.