Schloß Trebnitz

Erfolgsbeispiele / Erfolgsbeispiel

Schloß Trebnitz e. V. – Europäisches Zentrum für transnationale Partizipation
Deutschland
www.schloss-trebnitz.de

Interkulturelle Begegnungsprojekte in der deutsch-polnischen Grenzregion

Der Verein Schloß Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e. V. wurde 1992 gegründet und leistet Bildungs- und Begegnungsarbeit in der deutsch-polnischen Grenzregion. Der Verein fördert die Jugend- und Erwachsenenbildung durch Angebote in den Bereichen Aus- und Weiterbildung sowie die Durchführung internationaler Begegnungen. Seit 2008 wurde die Arbeit des Vereins deutlich intensiviert, insbesondere im Bereich der politischen Bildung. Der Fokus wurde zunehmend auf transnationale Partizipation in den Bereichen Politik und Gesellschaft gesetzt. Darüber hinaus erfolgte die Bildung eines Netzwerks für transnationale Partizipation, das als Vorreiter des heutigen Europäischen Zentrums für transnationale Partizipation diente. Bereits im Jahr 2013 wurden in Schloß Trebnitz im Rahmen verschiedener Veranstaltungen rund 3.500 Teilnehmertage veranstaltet, die den hohen Bedarf am interkulturellen grenzüberschreitenden Austausch im ländlichen Raum verdeutlichen.

Professionalisierung der eigenen transnationalen Aktivitäten

Um dem Bedarf an transnationalen Aktivitäten in der deutsch-polnischen Grenzregion weiterhin gerecht zu werden und die eigene Arbeit zu professionalisieren, gründete der Schloß Trebnitz e. V. das Europäische Zentrum für transnationale Partizipation. Gleichzeitig war diese Gründung eine Reaktion auf den enormen Anstieg der europäischen Aktivitäten des Vereins, insbesondere im Bereich der transnationalen Begegnungsprojekte. Vor diesem Hintergrund mussten wir neue organisationsinterne Strukturen schaffen, vorhandene Bereiche und Projekte miteinander verbinden und unser Wissen unter einem Dach bündeln. Zu diesem Zweck verfügt das Zentrum über ein eigenes Archiv, in dem Projektevaluationen mit bestimmten Qualitätskriterien für die transnationale Arbeit gesammelt werden. Ziel des Europäischen Zentrums, das im Rahmen einer „Strategischen Partnerschaft“ durch das EU-Programm „Erasmus+“ gefördert wird, ist die Stärkung der grenzüberschreitenden Mitgestaltung in Form von Kooperationen, Projekten und Wissensaustausch in der deutsch-polnischen Grenzregion.

Verdoppelung der Teilnehmertage

Durch die Gründung des Europäischen Zentrums für transnationale Partizipation konnte der Verein seine Angebote weiter ausbauen. 2015 wurden in dem Zentrum rund 10.000 Teilnehmertage veranstaltet, von denen rund 7.000 innerhalb der eigenen Projekte durchgeführt wurden. Darüber hinaus konnten wir neue Projekte und Veranstaltungsformate realisieren, die den gegenseitigen interkulturellen und generationsübergreifenden Austausch in der Grenzregion gefördert haben. Ein Ergebnis einer dieser Begegnungen ist z. B. das Lied „Europäische Visionen“, das im Rahmen des Projektes „Europäische Werte von heute und morgen“ zusammen mit 50 Teilnehmenden entstanden ist. In den letzten Jahren wurden in dem Europäischen Zentrum außerdem zahlreiche, u. a. durch „Erasmus+“ geförderte Kooperationen mit deutschen, luxemburgischen, litauischen, kroatischen und ungarischen Organisationen und Netzwerkpartnern durchgeführt. Für unsere Arbeit in der Grenzregion wurden wir u. a. mit dem Deutsch-Polnischen Preis 2014 ausgezeichnet.

Übertragung des Konzepts auf andere Grenzregionen

Mit dem Europäischen Zentrum, der damit verbundenen Erweiterung unserer Aktivitäten und der Professionalisierung der europäischen Arbeit hat sich unser Verein zu einem wichtigen Akteur und Ansprechpartner für Kooperationsprojekte in der deutsch-polnischen Bildungslandschaft entwickelt. Aktuell ist mit der Ernennung zum Partnerschaftsbeauftragten des Landes Brandenburg für Polen ein weiterer Aufgabenbereich hinzugekommen. Künftig ist geplant, mit dem Europäischen Zentrum für transnationale Partizipation auch in anderen Grenzregionen Europas tätig zu werden, Netzwerkaktivitäten weiter auszubauen und neue Kooperationsprojekte zu ermöglichen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf den großen Grenzregionen Polen-Litauen, Deutschland-Tschechien, Slowakei-Ungarn und der Großregion Luxemburg. Nikolaus Teichmüller, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Zentrums für transnationale Partizipation, fasst die Aktivitäten des Zentrums wie folgt zusammen: „Grenzregionen sind zentrale Orte, um Europa in der Zivilgesellschaft zu verankern. Der Fokus unserer künftigen Aktivitäten liegt weiterhin auf dem Zusammenbringen verschiedener Länder, um gemäß des europäischen Gedankens ein gemeinschaftliches interkulturelles Lernen zu ermöglichen.“