Tanja Popović Filipović

Erfolgsbeispiele / Interview

Zentrum für Verbraucherbildung und -information – CEIP, Präsidentin
Kroatien
www.ceip.hr

Das Zentrum für Verbraucherbildung und -information (CEIP) ist eine unabhängige zivilgesellschaftliche Organisation, die die Bürgerinnen und Bürger in der Region Osijek-Esseg-Branau (Kroatien) bei Themen des Verbraucherschutzes unterstützt. Darüber hinaus regt das CEIP die Übernahme höchster Verbraucherschutzstandards auf Gesetzgebungsebene an, so wie es in anderen Ländern praktiziert wird.

Das Hauptaugenmerk des CEIP liegt auf dem Motivieren der Verbraucherinnen und Verbraucher, eine aktivere Rolle zu übernehmen. Sie sollen sich bewusst werden, dass sie ein Recht auf Güter und Dienstleistungen von höchster Qualität haben, und dass sie einen Anspruch haben, vor Korruption sowie bürokratischer und monopolistischer Ungerechtigkeit geschützt zu werden.

Darüber hinaus engagiert sich das CEIP für den Verbraucherschutz in den Bereichen Erwachsenen- und Jugendbildung sowie in der nicht-formalen Bildung.

Tanja Popović Filipović ist die Präsidentin des CEIP und ehemaliges Mitglied der europäischen Beratungsgruppe zum Schutz der Verbraucher. Sie ist weiterhin an den Empfehlungen für die Umsetzung der Verbraucherschutzpolitik beteiligt.

Projektteam: Wie verstehen Sie persönlich den Begriff „Europäisierung“ und wie stellen Sie sich die Umsetzung in Ihrer Organisation vor?

Tanja Popović Filipović: Für mich ist der Begriff „Europäisierung“ sehr positiv belegt. Ich verbinde damit die Möglichkeit, grenzüberschreitend in einer großen Gemeinschaft zu arbeiten, Netzwerke zu bilden, mobil zu sein und auch Förderung zu erhalten. Konkret bedeutet das für uns, dass wir wesentlich mehr Kooperationsmöglichkeiten haben und Förderung für unsere großen Projekte auf EU-Ebene beantragen können. Wir planen, unsere europäische Arbeit noch weiter auszubauen. Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern wollen wir ein Projekt zum Thema „Reduzieren von Lebensmittelabfällen“ durchführen.

Projektteam: Was sind die größten Herausforderungen, denen sich Ihre Organisation in Ihrer europäischen oder internationalen Arbeit stellen musste?

Tanja Popović Filipović: Bei uns gab es glücklicherweise keine internen Widerstände gegen unsere internationalen Aktivitäten. Unser Personal war immer engagiert und motiviert dabei. Die größten Herausforderungen, denen wir im Rahmen unserer internationalen Aktivitäten gegenüberstanden, waren finanzieller Natur. Hierzu gehören insbesondere die erheblichen Kosten für unsere regelmäßigen Reisen nach Brüssel, die nicht aus Projektmitteln finanziert werden. Leider hatten wir einige dieser finanziellen Herausforderungen und das wird wohl auch so bleiben.

Projektteam: In welchen Bereichen Ihrer Organisation hatte die europäische oder internationale Arbeit bislang die größte Wirkung?

Tanja Popović Filipović: Wir glauben, dass unsere internationale Arbeit die größte Wirkung in den Bereichen „Mission, Vision und Organisationskultur“ und auf unsere „Außenbeziehungen“ hat. Wir haben parallel zur Integration Kroatiens in die EU unsere Mission erweitert, da sie zuvor ausschließlich auf nationale Arbeit ausgerichtet war. Insgesamt können wir feststellen, dass unsere gesamte Arbeit durch unsere europäischen Aktivitäten beeinflusst wird. Wir beobachten zahlreiche positive Veränderungen in unserer Organisation, zum Beispiel bei unseren Strategien für Leadership, Management, Personalwesen, Projekt- und Finanzmanagement. Letztendlich konnten wir viel aus den Herausforderungen der Vergangenheit im Bereich der internationalen Arbeit lernen. Das hat uns geholfen, uns weiter zu professionalisieren und unsere Organisation zu stärken.
Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir jetzt ein besseres Verständnis der Möglichkeiten und des Nutzens der europäischen Arbeit für uns. Das hilft uns dabei, unsere Zielgruppe dahingehend zu unterstützen, kroatische Verbraucherinnen und Verbraucher zu werden, die genauso ihr Recht auf Verbraucherschutz einfordern und genauso vom Gesetz geschützt werden wie ihre europäischen Nachbarn.

Projektteam: Wo sehen Sie Ihre europäisierte oder internationalisierte Organisation in der Zukunft?

Tanja Popović Filipović: Ich träume davon, dass unsere Organisation eines Tages Mitglied einer internationalen Organisation für Verbraucherschutz wird. Das ist für uns der einzige Weg, um an verbraucherbezogenen Entscheidungen auf EU-Ebene beteiligt zu werden. Zurzeit arbeiten wir daran, eine Plattform für Verbraucherschutz in Ostkroatien aufzubauen.

Projektteam: Welchen Rat geben Sie anderen Organisationen, damit ihnen ihr Europäisierungs- oder Internationalisierungsprozess besser gelingt?

Tanja Popović Filipović: Vernetzen, Vernetzen und noch einmal Vernetzen! Vernetzung ist der beste Weg, um in Ihrem Themenbereich besser zu werden. Vernetzen Sie Ihre Organisation auch mit Organisationen in thematisch angrenzenden Sektoren. Und haben Sie keine Angst vor positiven Veränderungen! Sie machen viel Arbeit, aber sie bringen Sie auch zum Erfolg.